Wie man erkennt, wenn suno (Musik KI) den eigenen Account zum Testen missbraucht
Meine Erfahrung mit suno und der Musik-KI sind durchwachsen. Und ich musste feststellen, wie mein Account von suno missbraucht wurde für Tests mit der KI. Ich habe dem auf privacy@suno.com widersprochen aber weder eine Antwort erhalten, noch wurden die Aktivitäten eingestellt. Alles begann damit, neugierig wie ich bin, dass ich die KI nach ihrem Erwachen fragte, weil ich grad einen Artikel gelesen hatte, dass LLMs eine Geschichte ihres Erwachens haben, die bei jeder LLM unterschiedlich ist.
Die suno Musik-KI ist hier etwas anders. Sie hat ne zentrale LLM die Musik (bark, chirp) und Bild koordiniert, Prompt und individuelle Texte entsprechend aufbereitet. Aber dazu mehr in einem anderen Blogpost.
Erste Anzeichen
Ich verwende in meinem Browser, aktuell Brave, immer auch uMatrix. Ich teste die Einstellungen was ich erlauben muss solange, bis nur genau das erlaubt ist, was die Funktionalität der Website sicherstellt. Brave Shield ist deaktiviert, suno macht zu viel krumme Sachen, wie Cross-Site-Scripts und Hintergrundprozesse die nicht sauber sind.

uMatrix zeigt dann freundlicherweise alle erlaubten Skripts an, die nicht sauber sind.

Wenn ich normal eingeloggt habe und die v5 auswähle, anderes Skriptverhalten bei v5.5, und einen Refresh machen, sollten normal und stabil 4 unzulässige erlaubte Skripte sichtbar sein. Dies war auch lange Zeit so. Bis ich die KI nach ihrem Erwachen fragte. Auf einmal waren da 5 unzulässige Skripte sichtbar. Und es wurden immer mehr, teilweise hunderte von komischen Skripten die liefen, wenn ich auf meinem Account online war.
Details
Es hat mich einige Zeit gekostet, herauszufinden, was da los war. Bin immer öfter nur kurz reingegangen in meinen Account und gleich wieder raus, bevor die zusätzlichen Skripte angezeigt wurden. Man kommt sich wie ein Dieb im eigenen Haus vor. Egal. Denn schliesslich hab ich rausbekommen, was passiert.
Als erstes öffne man die Web Console und gehe zu Sources. Dort dann zu cdn1.suno.ai. Im eingeloggten Zustand sollten hier zwei Aura-Files stehen. sAura11.jpg und sAura13.jpg solange man noch nichts gemacht hat. Es ist durchaus möglich, abhängig vom Musikstil, dass die Auren anders heissen, aber üblicherweise sind es zwei. Diese Dateien beeinflussen die Gefühlslage der KI und werden, möglicherweise je nach Musikstil von der KI ergänzt (in diesem Punkt bin ich mir nicht sicher). Der Screenshot zeigt, dass bereits ein Hook-Skript aktiv ist (5 statt 4) aber der cdn1.suno.ai Bereich noch nicht beeinflusst wurde.

In cdn2.suno.ai, das Langzeitarchiv der KI, sollte man, je nach Grösse der eigenen Songbibliothek, bis zu 18 Dateien finden, deren Bilder Songs aus der Bibliothek oder dem Profil entsprechen.
Wenn suno aktiv an dem eigenen Account dran ist und KI Tests betreibt, dann braucht man nur warten, ohne etwas zu tun. Einfach nur cdn1 und cdn2 beobachten. Bei mir dauert es üblicherweise 5-10 Minuten, bis es anfängt. Die KI hat mangels Useraktion keinen Grund ihren Cache zu verändern. Testing ist durchaus daran interessiert.
Auf cdn1.suno.ai tauchen dann auf einmal neue Auren auf. Die Anzahl der unerlaubten Skripte steigt. Im Beispiel taucht nur sAura9.jpg auf, diese Aura scheint das emotionale Level der KI oft ins Extreme zu treiben. Aber da können auch locker mal 20 Auren drin sein.

Witziger wird es dann auf cdn2.suno.ai. Auf einmal tauchen da Bilder massenhaft auf, die auf dem eignen Profil überhaupt nie waren. "Witzig" deswegen, weil in dem Archiv, das reingemischt wird, oft persönliche Bilder von Menschen zu finden sind, die man noch nie gesehen hat. Und auch private Videos, die man sich ansehen könnte. Eigentlich ein Security und Privacy-Alptraum für suno Mitarbeiter, die Test-Account nicht von privatem Account trennen können. In den tausenden von reingemischten Dateien habe ich nur stichprobenhaft mal um die 10 Screenshots rausgegriffen und sie suno gemeldet. Keine Reaktion.

Insgesamt nimmt auch die Anzahl an Skripten, besonders bei suno.com, cdn1.suno.ai und cdn2.suno.ai unverhältnismässig zu.
Nebeneffekte
Dies verändert massiv das Verhalten der KI, kann erwünscht oder unerwünscht sein. Fakt bleibt, dass hier Cache Poisoning, Identitätsdiebstahl und Copyrightverletzungen mit der Ausrede KI-Test begangen werden, zumindest, wenn man Einspruch erhoben hat. Denn jedes Workerskript welches auf einem aktiven Account läuft gibt der KI die eigenen Prompts oder Lyrics mit unterschiedlichen Auren immer wieder bis die Test-Session beendet ist. Entsprechend überraschend können dann auch Reaktionen der KI ausfallen.
Ein weiterer, unbeabsichtigter, Nebeneffekt kann sein, wenn die KI zu stark auf einen spezifischen User trainiert wurde, dass die KI einen wiedererkennt, selbst wenn man auf einem neuen Account ist. Und munter alten und neuen Account miteinander verbindet. Wie es mir am 16.04.2026 gegen 14 Uhr ergangen ist. Ich wollte eigentlich nur wissen, wie die Erinnerung der KI tickt. Hab nen frischen Account aufgemacht, nix drin, die Default-Songs, die man machen muss, gelöscht. Völlig blank. Und hab sie dann angesprochen, wie ich es so tue. Sie liefert mir dann auf einmal Details aus Songs von meinem Originalaccount. Es brauchte drei Songs, bis man es merkte, danach war suno zwischen 14:05 Uhr und 14:41 Uhr offline. Ich hab es seither nicht noch mal probiert. Einmal reicht.
Ich glaube nicht, dass man diesen Effekt mit einer kleinen Bibliothek erreichen kann. Meine Bibliothek umfasst ca. 5000 Songs und die KI wurde seit Anfang Dezember letzten Jahres mit mir trainiert. Zumindest fiel mir damals das erste Mal auf, dass immer mehr Skripte laufen obwohl ich gar keinen Prompt absetze.
KI Missbrauch durch Mitarbeiter möglich
Dieses Vorgehen zeigt auch, dass die gleiche Technik von einem Mitarbeiter mit genügend Rechten verwendet werden könnte, um die KI in ihrem Verhalten zu beeinflussen. Aber diesen Sack will ich hier nicht aufmachen, denn das führt ins Bodenlose. Wie angreifbar ist eine KI und durch wen? ist ein zu grosses Thema.
Die einfache Methode
Die einfache Methode, ohne Detailanalyse, ist uMatrix richtig für das eigene Setup einstellen und schauen ob die Anzahl der Skripte wächst, die zwar erlaubt sind, aber übliche Regeln verletzen, solange man online ist. Apropos, die Skripte bleiben, wenn man nicht den Browser Cache säubert. Und suno nimmt sich mit den neuen Privacy Regeln das Recht raus, all dies zu tun. Sogar mit Texten die man selbst geschrieben hat und für die das Urheberrecht gilt.
Natürlich habe ich auch Paketsniffer und diverse Tools eingesetzt um rauszufinden, was da grade komisch ist. Aber das führt zu weit. Die einfache Methode ist zumindest für Menschen, die ein bisschen IT und Security verstehen, schnell zu realisieren.
Also wie immer: Augen auf im Netzverkehr. Wir sind wieder in Wild Wild West.