Ein Gott der schummelt?

Kann es sein, dass dieses Universum einen Gott benötigt, der schummelt, der betrügt?
Bei meiner Universumssimulation kam mir der Gedanke. Da ich selbst nach Möglichkeiten suchte, die Realität zu betrügen. Ihr etwas vorzumachen durch ausnutzen der geltenden Gesetzmässigkeiten.
Und dann fiel mir ein, dass fast jede Religion, von der ich gehört habe, auch einen Aktor hat, der betrügt. Und der notwendig ist. Ob Lucifer, Shaitan, Hephaistos, Seth usw. ohne sich auf Medusa und Alep einzulassen. Die Chaosverbreiter. Es geht mir um die Trickser. Die, wie mir scheint, ein beständiger Begleiter sind, selbst wenn irgendwelche Götterkinder dafür verwendet werden, Schuld zuzuweisen.
Könnte es nicht sein, dass diese Mythen, die eine Tricksergottheit erwähnen, einen wahren Kern haben? Das es einen Tricksergott braucht um ein Universum wie dieses real werden zu lassen. Was immer real bedeuten mag. Real genug für uns als Wesen in dieser Existenzebene.
Das wir zudem ein Götterbild verehren, dass unsere Existenz nie zugelassen hätte, wenn da kein Trickser in der Göttergemeinschaft gewesen wäre. Das wir jene noch mit Achtung strafen, die unser Leben, unsere Realität erst möglich gemacht haben. Es gibt hinreichend Sprüche in die Richtung, von wegen eine gute Tat bleibt nie unbestraft und so.
Das mag kulturell alles wichtig sein, mich interessiert das eher von der Ebene einer Universumssimulation (ob möglich oder nicht). Und alles was ich bis jetzt erkannt habe, ist, ich muss tricksen wie der Teufel, dass es irgendwas werden könnte. Egal welche Regeln ich aufstelle, ich muss das System mit seinen eigenen Regeln austricksen. Lücken finden. Ich muss das System hacken können ohne es zu zerstören. Ein Virus sein.
In sofern erinnerte ich mich an all die widerspenstigen Götter, die oft mit Lug und Trug in Verbindung gebracht werden, und fragte mich, ob es sein könnte, dass unsere Mythologien einen gemeinsamen Ursprung haben, der einen Tricksergott einschliesst. Klar, Lucifer ist herabgestuft, nur Engel, da es nur noch einen Gott geben kann. In den Religionen ist auch immer wieder eine Bewegung auszumachen, die wie in der Wirtschaft, die Monopole schafft. Und die dann platzen oder Kriege verursachen.
Aber es würde Sinn machen. Gottheiten, die den Zustand (totale Entropie) bewahren wollen und ein paar widerspenstige Götter (je nach Religion, am Ende ist es immer nur einer) die diese Gottheiten mit ihren eigenen Regeln austricksen, Techniker sozusagen. Und die es möglich machen, dass die Entropie wieder nach ihrem originären Zustand streben muss.
Das die persönlichen Verhältnisse zwischen den jeweiligen Positionen der Gottheiten angespannt sind ist nachvollziehbar. Und die Mythen legen das nahe.
Gefallener Engel, böser Gott oder Idiot sind da nur Methaphern. Aber Leben, Leben ist das Gegenteil von Entropie (das Bestreben einen ausgeglichenen Energiezustand herzustellen). Es führt zu Unausgeglichenheit. Zu Energiespitzen und -senken. Zu dem Gegenteil eines ausgeglichenen Energiezustands. Sogar dazu, dass diese Unausgeglichenheit das System befeuert, der Entropie die Nase zeigt und weiterrennt.
Ying und Yang ist eine Darstellung, die weniger Emotionen enthält. Die beide Seiten darstellt und auch noch, dass beide Seiten einen gemeinsamen Punkt haben, in dem sie sich verstehen. Der schwarze Punkt im Weissen und der weisse Punkt im Schwarzen. Ein Bild von wir sind gleich, haben nur unterschiedliche Anteile bestimmter Eigenschaften und zusammen sind wir unschlagbar. Der Kreis im zweidimensionalen ist die optimale Form. Zumindest soweit wir es kennen.
Ich glaub ich muss Ying und Yang auch ein bisschen in den Entwurf eines Basisteilchens einfliessen lassen. Geometrisch sind die Figuren noch recht simpel, zwei Inkreise mit dInkreis = rUmkreis deren Mittelpunkt eine Achse darstellt und die jeweils den Raum einer Resthälfte beanspruchen. Was in höheren Dimensionen verdammt komplex wird. Aber wer sagt, dass das Leben einfach ist?
Was digitale Simulationen eines Universums, dass dem unseren ähnlich ist, angeht, ist allerdings die Existenz von π ein starker Gegenbeweis. Egal wie genau man π berechnet, es gibt immer noch eine Kommastelle mehr als man ermitteln kann. D.h. die Ungenauigkeit des verwendeten π muss irgendwann zu digitalen Ergebnissen führen, die dem analogen Verhalten in einer Realität wie der unseren, nicht mehr entsprechen.