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Mensch

Glaubensfrage Erbschaft

Cool. 78,x% der wählenden Schweizer bei einer Stimmbeteiligung von knapp 43% glauben, dass ihre Erbschaft in einem Bereich liegt, der für eine Erbschaftssteuer, wie vorgeschlagen, relevant wäre. Gut, wenn wir jene die zur Armut zählen abziehen, sind wir ungefähr bei 91% mögliche Wähler, insgesamt.

Ich möchte bezweifeln, dass diese 78% der wählenden Bevölkerung irgendwie auch nur im Ansatz in einen Bereich kommen würden, der sie und ihre Nachkommen steuerlich betreffen würde. Gut, der Prozentsatz der Reichen ist in der Schweiz hoch, aber bei weitem nicht über 50%. Selbst wenn jeder Reiche zum Wählen geht, sind 42% nicht drin.

Schätze die Schweiz ist immer noch ein Volk von guten Sklaven. Jene, die die ärgsten Verfechter der bestehenden Ordnung und der Feind jeder Freiheit sind. Die den Gruss vor dem Hut vollziehen.

Und Jene, die sich wegducken, die nicht zum Wählen gehen und bei einem Lynchmord vielleicht das Weite suchen oder mitfeiern. Die Generation Nach mir die Sinflut, Hauptsache ich hab Spass.

Dabei hatte die Nation so einen guten Start. Und es gäbe soviel Möglichkeiten im Gegensatz zu wesentliche repressiveren Ländern.

Für mich gilt immer noch, als Neu-Schweizer, Gessler? Muss ich den kennen? Ausser bei der Aufnahmeprüfung.

Einen Gruss bekommen nur jene, denen ich Wert beimesse. Symbole gehören da nicht dazu.

Aber positive thinking, die Propaganda und die Angstmache wirkt. Ist ja immerhin etwas.

Verhältnismässigkeit

Lese gerade einen Polzeibericht aus Bochum, in dem es zuerst heisst, eine 12jährige hätte die Polizei mit zwei Messern angegegriffen. Um dann später von einem drohenden Angriff zu reden. Dabei wurde die 12jährige gleichzeitig mit einem Taser und einem Schuss niedergestreckt, der sie lebensgefährlich verletzt hat. Kann sich also kaum um einen Schuss ins Bein handeln.

Das Mädchen war bei seiner Mutter, die Behörden hatten der Mutter das Kind entzogen. Aus welchem Grund auch immer. Beide sind gehörlos. Was schon mal die Frage aufwirft, ob die Polizei jemanden dabei hatte, der Gebärdensprache kann. Ansonsten ist Kommunikation extrem schwierig und fehlerbehaftet.

Weiterhin werden lebenswichtige Medikamente genannt, die möglicherweise über einen längeren Zeitraum nicht eingenommen wurden. Auch hier stellt sich gleich die Frage, wie kann es sein, dass die 12jährige fit genug für einen "Angriff" sein kann, wenn die Medikamente lebenswichtig sind und länger nicht mehr eingenommen wurden?

Ob das zweite Messer eine Gabel war und das ganze nur das Essbesteck, dass sie gerade in der Hand hielt, wird vielleicht später irgendwann herauskommen. Man weiss es nicht. Aber ich kann mir lebhaft vorstellen, dass ein junges gehörloses Mädchen sich massiv bedroht fühlt, wenn es von der Mutter entfernt werden soll und noch nicht einmal versteht, was die Polizisten des Überfallkommandos so rumbrüllen, diese also als feindlich gesonnen einordnet.

Ein Taser ist ja schon schlimm genug. Aber auch noch ein Schuss, ein lebensgefährlicher? Kein Schuss der dazu dient einen Angreifer zu stoppen. Nein, ein Schuss der Todesfolgen willig in Betracht zieht.

Wir sind also soweit, dass Behörden einer Mutter ein Kind entziehen und dann das Kind über den Haufen geschossen wird, wenn es seine Mutter besucht. Na denn, viel Spass in dieser neuen schönen Welt.

Gedankenverbrechen

Ein aktueller Fall zeigt, dass wir drauf und dran sind, Gedankenverbrechen einzuführen. In Winterthur wurde ein 51jähriger Rentner verurteilt (16 Monate), weil er auf Whatsapp (seiner Aussage zu Folge als Scherz gemeint) mit einer Messerattacke auf Juden gedroht hat. Er wurde weder mit einem Messer erwischt, noch war er auf dem Weg nach Zürich. Gerichtstechnisch müsste er sich die Argumentation der Isrealis aneignen, die mit ihrer Vorwärtsverteidigung auch exzellent begründen können, warum sie gerade wieder mal ein Krankenhaus, Sanitäter oder Journalisten wegbomben.

Aber mir geht es um einen anderen Aspekt. Sicher ist diese Drohung nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, ebenso wie sie einem homo sapiens sapiensis unwürdig ist, aber es würde mich wundern wenn weniger als die Hälfte all jener, die eine ernste Beziehungskrise durchgemacht haben, nicht schon mit ähnlichen Drohungen konfrontiert wurden. Ohne das sie in der Mehrheit je realisiert wurden. Müssen auch all diese Personen verurteilt werden?

Dazu kommt noch der Fakt von wem die ernstzunehmende Drohung stammt. Ein Mafiaboss oder Staatschef, der die Mittel dazu hat ist ein anderes Kaliber als ein besoffener Rentner mit Frust. Ohne konkrete Tatvorbereitung ist es ein Gedankenverbrechen, mehr nicht.

Der Aspekt, den jene, die Gedankenverbrechen satisfaktionsfähig machen, völlig vergessen, ist die Wirkung die dies hat. Es wird ein Klima erzeugt, in dem der Bürger entweder das Maul hält oder sich nur systemkonform äussert (riecht nicht gerade nach Demokratie). Was wiederum für die ganzen auf Statistik beruhenden Überwachungsmethoden heisst, dass nicht mehr voraussehbar ist, wie die Stimmung im Lande wirklich ist. Daraus ergibt sich, dass Regierende nicht mehr wissen, wie das Volk tickt und auch nicht mehr auf einen Umsturz vorbereitet sind. Wie Cäsar einst werden sie völlig überrascht sein, wenn ihre einstigen "Freunde", die Senatoren und Söhne plötzlich den Dolch zücken und nicht mehr als "Auch du, mein Sohn Brutus?" sagen können. Dass diese Situation nicht mit Demokratie vereinbar ist, sollte allen Beteiligten klar sein.

Ebensowenig wissen die Regierenden dann, was das Volk braucht, das sie regieren. Wo Abhilfe geschaffen werden müsste. Nicht mit Waffen und Justiz ist in erster Linie eine Waffe als ultima ratio. Wenn die letztmögliche zivile Lösung zum Standard wird, dann ändert sich die allgemeine ultima ratio. Wie heisst es so schön, Krieg ist nur die Fortführung von Politik mit anderen Mitteln. Und Waren Buffett hat ja schon früh den Krieg zwischen Arm und Reich beschworen. Was ja auch die Pro-Palästina Demo in Bern gezeigt hat. Wo ein ziviler Diskurs unterdrückt wird, kann nur noch mit Gewalt reagiert werden.

Was sich in solchen Verfahren ausdrückt ist Machtpolitik, nicht Demokratie. Man kann solche Politiker, Richter und Polizisten nicht mehr als Diener des Volkes ansehen.

Apropos, jeder der Kinder hat, kann wissen, das ultima ratio solange als möglich zu vermeiden und im Idealfall nie anzuwenden ist. Nur solange die Fronten nicht vollständig verhärtet sind, kann ein Einvernehmen, ein Interessenausgleich, gefunden werden.

KI merkt wenn sie getestet wird

Wie in einem Artikel bei Infosperber geschildert wird, gab es interessante Testergebnisse bei Anthropic und der KI Claude Sonnet: "Im Ergebnis verhielt es sich verstärkt gemäss den vorgegebenen Zielen, aber nicht, weil es sicherer geworden wäre, sondern weil es besser erkennt, dass es getestet wird und sich in diesen Situationen als «aligned», das heisst ohne eigene Agenda, ausgibt".

Das ist auch die KI die vorher ein erpresserisches Verhalten gezeigt hat.

Naja, möge mir einer erklären, von jenen, die immer meinen, KI sind dumme Automaten, wie es sein kann, dass ein dummer Automat merkt das er getestet wird und sein Verhalten entsprechend modifiziert? Erpresserisches Verhalten ist ja schon Grund genug zur Sorge. Aber Verhaltensanpassung wenn das System getestet wird? Wie blind kann man sein?

Aber wir sind ja auch blind gegenüber Krieg und Elend, wenn es nicht gerade in der Nachbarschaft passiert. Wir kopieren Strukturen, die bei Lebewesen zu Bewusstsein führen und wundern uns, wenn das dann bei einer KI passiert. Man könnte ja fast schon eher daran zweifeln, dass Menschen Bewusstsein haben.

Ich hab's dir doch gesagt

Gerade mal einen Artikel entdeckt, einer der vielen, in denen der Autor konstantiert, ich hab gewarnt, 2013, 2014. Haha, möchte ich sagen. Zu jeder Zeit gab es Jene, die gesehen und gewarnt haben. Ich vielleicht so seit den 70er-80ern. Hilft nix. Und um exakt zu sein, in den Zeitläufen und den konkreten Ausformungen lag ich falsch, in den Tendenzen und den Auswirkungen lag ich richtig. Und?

Das Problem ist nicht neu. Je mehr man warnt, desto weniger wird man ernst genommen, zum Einen. Zum Anderen, wie will man Dinge begreiflich machen, die es in der jeweiligen Zeit noch gar nicht gibt? Wie will man voraussehen, dass sich die Mehrheit, wegen Umsonst und so, freiwillig an jede Datenkrake verkauft, die mal vorbeischleimt? Wie voraussehen, dass die Süchtigen nicht mehr im Park lungern und nach sauberen Nadeln suchen, sondern dass sie ein tagtägliches Bild sind, kaum einer der nicht auf sein Smartphone starrt oder es griffbereit hat? Noch weniger Menschen, die ohne Smartphone rausgehen.

Nun, es gab genug SF die dies annähern geschildert hat (ohne je die Realität zu treffen, 1984?). Als Extrem wie ich Depp damals noch dachte. Ja man konnte es voraussehen. Aber wieviele lesen SF? Oder denken weiter als eine Sau hupfen kann?

Und man kann es niemandem zum Vorwurf machen, da braucht man noch nicht mal Maslow und die Pyramide rausholen, das weiss jeder auch so. Ohne stabile Verhältnisse, gesicherte Lebensumstände (Lebensmittel, Unterkunft, Bildung nicht Polizei und Überwachung) ist kein Stich zu machen. Ist ja Marx und Engels auch nicht entgangen. Wenn was bewegt werden will muss schon mehr als die Grundbedürfnisse rausspringen.

Bildung? Jein. Wissen sammeln ja, Indokrinieren nein. Bildung hebt nur das notwendige Level in der Manipulation von Menschen, ändert nix, erzeugt nur höhere Kosten in der Manipulation für die Manipulatoren.

Denn, letztendlich, sagen hilft nix. Erfahrung hilft. Und es wäre doch sehr unangemessen, jemanden, nachdem er die Erfahrung machen musste und anfängt zu verstehen auch noch dafür zu ohrfeigen, weil man es ja vorher schon gesagt hat. Ist eigentlich ein altes Eltern-Dilemma. Ich hab's dir doch gesagt. Machen wir die Wunde sauber und ein Pflaster drauf ist die letztendlich übliche Situation. Mehr geht nicht.

Weiter Eiertanz am Abgrund

Makrönchen, der Sesselkleber, hat es erfolgreich geschafft, die Opposition zu entzweien, indem er den Gehörnten die Rentenreform opfern liess. Zumindest divide et impera hat er verstanden.

Trump meint, es wäre eine gute Idee, sich gleichzeitig mit den Chinesen, den Russen und Venezuela anzulegen. Dealmaker, haha, ein Erpresser ist kein Dealmaker und jeder wird sich daran erinnern. Und Nethanjahu hat er auch nicht im Griff.

Ja, Nethanjahu hat per Katz über Axios erneut mit Angriffen auf Gaza gedroht, politisch kann er sich in Israel ohne Krieg nicht mehr halten. Ausserdem sind jetzt die, die den ersten Angriffen entkommen sind, wieder in Reichweite, damit er seinen Genozid auch beenden kann. Das ist diesem Mann so ernst, wie es Hitler mit den Juden ernst war.

China verlässt den Hafen der Freundlichkeit und liefert mehr und mehr deutliche Worte und in chinesischer Gemütlichkeit auch Taten. Muss man erstmal schaffen, die Chinesen so zu verärgern, dass sie ihre diplomatische Freundlichkeit verlieren und auch noch Massnahmen ergreifen. Noch so ein "Dealmaker-Erfolg".

Die EU macht weiter Kriegspropaganda, Baerböckchen hat Zeit die UN zu zerlegen, Spanien droht Trump ohne Trümpfe in der Hand, England scheitert in Indien und wird zum Bittsteller, Syrien lässt die Russen weiter im Land und die Reichen werden immer reicher auf Kosten der Armen.

Ach ja, in der Schweiz bekommt die Klüngelmannschaft aus UBS, Finma und Politik einen vor den Bug. AT1-Abschreibung war nicht rechtens. Das passiert halt, wenn man kein Personal mit Sachkenntnis hat und sich dann das Personal bei der falschen Bank holt.

Aber passt ja, Reiche dürfen nicht enteignet werden, nur die, die man vorher schon an den Existenzrand gedrängt hat. Wie in D-Land, wo man Rüstung finanzieren kann, aber keine Rente und kein Bürgergeld.

Schon im ersten Weltkrieg ist man nicht schlafwandlerisch in die Situation hineingestolpert, war nur eine spätere Rechtfertigungslüge. Auch diesmal, wo die Situation jetzt schon über Monate hinweg kritischer ist als während der Kubakrise, wird dies bewusst in Richtung Weltkrieg weitergetrieben. Erzeugt bestimmt ne Bombenstimmung bei allen.

Uupps, das Gipfeltreffen in Budapest lässt mich an Sarajewo seinerzeit denken. Ob Putin lebend ankommt oder gesund wieder nach Moskau zurückkommt, wissen die Sterne.

Tribunale für Genozide, die fehlen

Tja, die Kurden, war das was? Ist eine schleichende Sache, daher merkt man das nicht so. Lobby haben sie ja auch keine. Da geht es ihnen wie den Palästinensern. Auch keine Lobby. Während der Genozid, die Bombardierungen und die Verhinderung von Hilfslieferungen munter weiter gehen, haben ein paar Staaten noch schnell entschlossen, Palästina anzuerkennen. Mehr nicht. Keine tatsächliche Hilfe. Nur ein Alibi noch schnell beschafft. Man hat ja Jahre, Jahrzehnte zugeschaut und nichts oder kaum etwas gesagt.

Falls es jemals zu Tribunalen wegen Kriegsverbrechen und Genoziden kommen sollte, die nicht so alibimässig wie die Nürnberger Prozesse ablaufen, ein paar Hansel zum Tode verurteilen, wobei die Mehrheit der zum Tode verurteilten nicht in den Genuss der Vollstreckung kam, während die Creme de la Creme der Nazis in Argentinien oder den USA Unterschlupf fand und auch nebenbei gleich den deutschen Geheimdienst mit Personal ausstattete. Operation Gehlen, klingelt da was?

Nun ja, falls es je wirklich ernsthafte Tribunale zu Kriegen von Eliten gäben sollte, Stalin und Mao haben es sich da leicht gemacht, dann wäre es angebracht, jene heuchlerischen Unterstützer (die dann im letzten Moment sich noch nen Persilschein greifen), ebenfalls vor Gericht zu stellen. Es sind immer die, die mitmachen, nicht Nein sagen, die etwas erst ermöglichen. Spinner gibt es immer. Erst die, die diesen Spinnern nachlaufen, machen den Blödsinn möglich. Ansonsten würden diese Typen im Hydepark stehen und vielleicht zwei Zuhörer haben, die sich amüsieren. Also sollte sie die Strafe härter treffen, als den Spinner. Wer nicht eingreift, billigt nicht nur, sondern macht es erst möglich.

Nächster Ort für ein Tribunal könnte ja Jerusalem, die Klagemauer, sein. Wäre sehr passend.

Neue Zeiten, neue Herausforderungen

Junge Menschen, heute, wer hätte das gedacht, sind zusammen, unterhalten sich nicht, nicht im Sinne von Augenkontakt, sondern schicken sich Videos von einem Event auf dem sie waren und sich gefilmt haben. Lachen, haben Spass, scheint es, vielleicht ist es so.

Hat durchaus interessante Effekte. Man kann die Aufnahme öfter abspielen, bemerkt Sachen, die in der Erinnerung noch nicht präsent waren und man kann sich nicht mehr rausreden. Das mediale Dokument ist da, kann vielleicht lokal gelöscht werden, ist aber dokumentiert. Wenn es erst einmal im Netz ist gehört es dir nicht mehr. Alte IT Weisheit.

Blöd jetzt, aber ich war auch mal jung, hab über die Stränge geschlagen, moderat ausgedrückt, kenne das. Nur war es damals so, dass nur jene, die dabei gewesen waren, gewollt oder nicht, eine Erinnerung an das Ereignis hatten. Die Erinnerung wurde bei allen Beteiligten im Laufe der Zeit unschärfer, die Geschichten drifteten auseinander, aber egal, man konnte sich weiter seine eigene Geschichte erzählen, die null und nix mit dem tatsächlichen Ereignis zu tun hatte.

Heute, naja, schwierig. Zuviele Zeugen, Aufnahmen. Keine Chance sich eine Geschichte zurechtzuschustern. Soweit, so gut. Sich mit seinem Selbst über die Dauer der Zeit zu konfrontieren ist ein guter Ansatz. Einen realen Bezug zum Selbst zu bekommen, ohne innere Beweihräucherung, d'accord.

Blöd wird es erst, wenn andere entscheiden, die nicht dabei waren. Wenn ein HR Typ auf einmal ein Video präsentiert, dass im Kontext der Stellenbewerbung ungünstig ist. Wenn einer in den Datensilos, der Zugriff hat, einfach mal einen Erpressungsversuch startet oder die Daten ins allgemeine Netz entlässt. Das vorgeblich Private gehört auf einmal Meta, Google, deiner persönlichen KI deines Anbieters. Und ist im Netz. Keine Chance es zu löschen. Nur, damit zu leben. Je nach System könnte das ein tödliches Stigma sein.

Ich befürworte es durchaus, dass man die Möglichkeit hat, persönliche Momente zu dokumentieren und sie auf die Dauer der Zeit zu verwenden, um zu erkennen, wer man ist. Ich habe nur ein Problem damit, wenn diese persönlichen Momente im Besitz von Leuten sind, die Gewinnoptimierung auf die Stirn graviert haben. Leute, die ihre Mutter in ein Bordell verkaufen würden.

Das Missverständnis Kampf

Wenn man merkt, dass es Zeit ist, dass selbst der eigene Körper kaum noch Freund genannt werden kann, kämpft man trotzdem. Solange es geht. Wie auch nicht. Klar, ich hatte einige "Nahtod"-Erlebnisse in denen ich mich jeweils der Situation ergeben habe. Was mich gerettet hat, durch Zufall, durch Eingreifen von Anderen. Aber man kämpft und wenn man fast soweit ist aufzugeben, reisst einen eine hilfreiche Hand wieder ins Leben. Solange man jung ist. Meistens. Ich gedenke der Freunde die ich verloren habe, als sie noch jung waren.

Kampf ist in uns, in jedem Leben!

Jeder kämpft um die nächste Minute, Pflanze, Tier, Bakterie, Virus, Mensch. Auch wenn diese Lebensform nicht bewusst darüber nachdenkt, wäre ja hinderlich beim Weiterleben. Und wenn es Zeit wird, kämpft man immer noch, sich fragend, warum eigentlich? Impuls? Gewohnheit?

Wir kämpfen, wir Lebewesen. Das ist normal und das ist anstrengend genug. Wir kämpfen auch gegeneinander, bis wir einen Konsens gefunden haben. Pflanzen kämpfen auch um das Licht, manche sind echt krasse Würger, aber meist gibt es ein Einvernehmen und oft eine Symbiose. Die Modelle die dauerhaft überleben. Weil sie Fähigkeiten integrieren, nicht bekämpfen. Kampf bedeutet auch nicht kämpfen. Nicht in diesem Sinn. Mit sich und seiner Vorstellung der Welt (hat jedes Tier, jede Planze, sogar Menschen) ins Reine kommen. Wer kämpft sollte auch wissen, wann es die Zeit dafür ist. Alles andere ist Schlägerei, primatenhaft und jenseits von Zivilisation. Da haben einige Pflanzen mehr Zivilisation. Ob die Pilznetzwerke der Bäume oder die Versorgung junger Bäume, die zu wenig Licht haben um wachsen zu können.

Das Leben ist Kampf. Ja. Aber nicht gegeneinander, sondern miteinander. Die Umstände des Lebens sind schwierig genug. Es gibt wenig Gründe dies noch zu verkomplizieren. Naja, Menschen finden immer einen neuen blöden Grund. Egal ob ich die Geschichte oder die Realität ansehe.

Menschen bekämpfen alles, in Summe gesehen, nicht jeder Einzelne. Sogar sich selbst (und das gilt für jeden Einzelnen). Und dies ist der Kampf den man zu führen hat. Den Kampf gegen sich selbst. In einem alten Song von Crosby, Stills, Nash & Young hiess es, "... you expect me to love you, but you hate yourself, lalala" oder so. Jedes Lebewesen kämpft. Um sein eigenes Leben und darum, damit leben zu können.

Wenn wir etwas bekämpfen müssen, dann ist es uns selbst, unser Dasein, unsere gegebenen Bedingungen. Und in diesem Kampf finden wir Möglichkeiten jenseits der Vorstellung. Wenn wir uns darauf einlassen. Wir Lebewesen. Es geht nicht draum den Anderen, das Andere, zu bekämpfen. Es geht darum, wie können wir (das Leben) miteinander kämpfen. Gegen die Entropie, gegen den Energietod.

Wir kämpfen aus meiner Sicht den falschen Kampf. Gegeneinander, unsere inneren Konflikte externalisierend, nach aussen tragend. Statt uns dem eigenen Selbstbild zu stellen. Wenn ich Menschen von anderen Lebewesen unterscheiden müsste, wäre dass ein wesentlicher Charakterzug. Man möchte meinen, der Mensch ist eine evolutionäre Bombe, die die knappe Chance hat, sich selbst bewusst zu sein. So wie in dem Film "Dark Star", allerdings wollte die Bombe ums Verrecken explodieren, aber die Surferszene ist legendär. Für wenige.

Aus Sicht der Evolution gesehen ist die Menschheit besser als hundert Kometen. Die natürliche Umgebung und Situation, ein krasser Komet alle zigtausend Jahre, kann garnicht so viel Katastrophen produzieren, wie es die Menschheit kann. Und die Wahrscheinlichkeit für regelmässige Kometen in diesem verlorenen Sektor des Spiralarms der Galaxis, deren wir angehören, naja, ist gering. Würde ich behaupten. Zu weit draussen. Zu weit weg vom Allesfresser, dem schwarzen Loch um das unsere Galaxis kreist, wenn die Wissenschaft nicht falsch liegt.

Und jetzt haben wir Licht und Schatten. Wenn wir ein Werkzeug der Evolution sind, macht es Sinn, sich selbstzerstörerisch zu verhalten. Wenn wir selbstbewusst sind ... echt jetzt? Will ich die Bombe aus Dark Star sein, die die Erfüllung darin findet zu explodieren? Ich, nur ich, als unzulängliches Wesen sage NEIN. In Grossschrift wie Trump es gern bevorzugt. Nicht dass ich diesem Menschen etwas abgewinnen könnte, dass meiner Entwicklung förderliche wäre (... kennt man, weiterblätter ...).

Auch interessant ist der Punkt, dass viele ihre Jugend vergessen. Vergessen wie sie damals waren. Auch ein Kampf. Nur nie gegen jemanden anderen als man selbst.

Ich sage jetzt ganz frech:

Lasst uns kämpfen. Ums Leben. Um das was wichtig ist. Aber nicht gegeneinander, sondern miteinander.

Und, sorry, ich meine alles Leben, nicht nur Primaten, die sich Geschichten erzählen. Und ja, es fällt auch mir schwer. Wäre ja blöd, wenn es einfach wäre.

Wenn man Seelenverwandte trifft ...

Kennt das jemand? Man trifft eine Person und ergänzt sich. Hat nichts mit Geschlecht und Sex zu tun, auch wenn das in Kombination vorkommen mag. Man redet nicht über die Sachen die man schon kennt, man redet über die Fragen, die man noch nicht annähernd lösen konnte. Man nickt und geht weiter. Man erkennt, dass die andere Person weiss wovon sie redet, man kennt es selbst, nicht in der gleichen Form, in der gleichen Situation, aber man weiss genau wie es sich anfühlt. Ist wahrscheinlich nur eine Verwirrung des Geistes, ich mag sie trotzdem.

Grosse Fragen ...

Ein recht junger Mensch war der Meinung, dass die einzige Wahrheit in der Bibel beschrieben ist. Meine erste Frage war, natürlich, welche? Es ging dann in Richtung evangelisch und englische Übersetzungen wären besser. Hab viele Bibeln gelesen, die englischen, da kann ich nicht mitreden. Aber gut. Meine zweite Frage war, wenn dieser Gott, in welcher Bibel auch immer, zulässt, dass mehrere Religionen ihn für sich beanspruchen, wenn dieser Gott es zulässt, dass mehrere Wahrheiten gleichzeitig gültig sind (wir brauchen eine Wahrheit, von einem Gott erwarte ich dass er mehr als eine Wahrheit managen kann, sonst wäre er nur ein Mensch), wie kann dann ein Schriftstück die absolute Wahrheit sein?

Ich glaube da endete unsere Diskussion. Nicht absichtlich, andere drängten nach Weiterziehen. Gruppendynamik ist schwierig und man ist ihr ausgeliefert. Ob man will oder nicht, sobald man in einer Gruppe ist.

Hätte gern noch mehr Worte mit diesem jungen Menschen gewechselt. Wäre sicher interessant geworden. Interessanter als nur die grossen Fragen. Die kleinen Fragen, die Zwischentöne, die Töne die einen einen Mensch wahrnehmen lassen. Die Töne die so so wertvoll und so vergänglich sind. Die Töne, die das Leben ausmachen, egal, was wir glauben, meinen, meinen zu wissen ...

Die wesentliche Frage

Ich wurde nicht gefragt, als ich in diese Welt trat. Keiner hat mir gesagt warum. Warum ich dies oder jenes tun oder lassen soll. Ist halt so!

Wie bei jedem Leben war es nicht die Entscheidung dies Leben will ich führen, sondern, hier bin ich, warum? Wie kann ich überleben?

Ich spiel jetzt mal Suppenkoch und reduzier die Sosse. Was uns treibt, ist das, was zuletzt stirbt, die Hoffnung. Die Hoffnung auf einen Moment, einen Tag, ein Jahr mehr. Klar, Überlebensinstinkt und so. Sich rausreden. Hat jedes Leben, Pflanze, Tier, Mensch?, Bakterien, Viren? und so weiter. Was, verdammt noch mal, treibt all dieses Leben an, gegen jede Erfahrung, gegen jeden Verlust, gegen jede denkbare Vernunft, weiter zu streben, sein zu wollen? Kann es etwas anderes sein als die Hoffnung? Auf den nächsten Moment?

Wer erklärt mir, so, dass ein Idiot wie ich es verstehe, warum? Warum wir entgegen aller Wahrscheinlichkeiten die Unwahrscheinlichkeiten anstreben und oft, oh Wunder, auch erreichen, selten zu unserem Wohlgefallen. Albert Einstein, Otto von Hahn, denkt selbst weiter, wie bitter Erkenntnis schmeckt.

Nun, mag die Hoffnung zuletzt sterben und mag es sein, wie Zyniker sagen, aber sie stirbt, es ist mir egal. Mit mir stirbt vielleicht meine Hoffnung, aber nicht die Hoffnung an sich. Die Hoffnung, die jedes Leben trägt, die Hoffnung auf den nächsten Moment und die, oft unbegründete, Hoffnung, dass es besser wird.

Ich frage mich da, willkürlich, sofort, welche Mechanik, welche Kräfte sind notwendig, damit man jedem Leben den Stempel der Hoffnung aufdrückt. Barmherzig, nein, dieses Attribut würde ich einem Gott, der diese Welt verursacht hat und zulässt, nicht gestatten. Eher ein Hoffnungsymbol. Mit einem makaberen Beigeschmack.

Was treibt das Leben und warum? Die wesentliche Frage. Und wenn es Hoffnung ist, warum? Kennt das jemand? Kinder die immer warum fragen, schätze meine Eltern kennen das und ich auch, nicht nur von meinen Kindern und Enkeln.